Saalpolizei

Nun klingt "Polizei" ein wenig nach Ordnung und Dienstbeflissenheit. Und tatsächlich - schon der Name ist äußerst standhaft: Die Gruppe aufgrund mangelnder militärischer Aufgaben in Prinzengarde umzutaufen, blieb erfolgloser Versuch, da, der Gewohnheit erlegen, der alte Name ständig weiter benutzt wurde und der neue schon als "Prinzenrolle" dem Schalk des Elferrates zum Opfer gefallen war.
Hoch lebe also weiter die Saalpolizei, auch wenn sie keine Strafzettel mehr an miesepetrige Besucher verteilt. Das für allzu verdächtige Zeitgenossen unter der Galerietreppe betriebene Gefängnis musste wegen zu großer Umtriebigkeit der meist paarweise einsitzenden Häftlinge auch geschlossen werden.
Ordnungshüter ist die Saalpolizei jedoch weiter beim Einlass und Türdienst bis spät in die Nacht. Zurechtzuweisende oder gar manuell zu entfernende Zeitgenossen sind zwar zum Glück sehr selten, aber es gibt sie doch. Die Saalpolizei stellt außerdem die Mannschaft für Licht- und Tontechnik, die "midd'n dollsten Abberaden" das Programm optisch und akustisch zu den Zuschauern bringt.
Besonders gefordert sind auch die aus den Reihen der Saalpolizei kommenden Bühnenassistenten angesichts grundsätzlich verwirrter Mikrofonkabel und aufgrund von Darstellern, die sogar halbe Autos auf die Bühne gebracht haben möchten...
Stimmgewaltig und mit Generalsqualitäten war Wolfgang Kirchner, unser "Amboß", 19 Jahre Chef der Saalpolizei. Sein Amtsnachfolger ist Ullrich Masur.